Übersicht Türsysteme

Übersicht Türsysteme

Es gibt verschiedenste Türsysteme und Möglichkeiten, wie wir diese für unsere Store-Konzepte nutzen können. Dieser Artikel soll übersichtlich darstellen, wie die Gebäudesteuerung mit den unterschiedlichen Türvarianten interagiert und welche Funktionen mit welcher Hardware möglich sind.

Unsere vier grundlegenden Tür-Funktionen

Um flexibel auf unterschiedlichste Store-Konzepte reagieren zu können, haben wir vier grundlegende Tür-Funktionen definiert. Unsere Gebäudesteuerung stellt diese standardmäßig zur Verfügung. Welche davon im Alltag tatsächlich zum Einsatz kommen, richtet sich ganz nach den individuellen Anforderungen und dem Konzept des jeweiligen Betreibers:
  1. Türmodus „Public“ (Öffentlicher Betrieb): Die Tür ist frei zugänglich. Jeder Kunde kann den Store betreten, ohne sich vorher in der Web-App registrieren oder anmelden zu müssen. Dies ist ideal für teilbediente Zeiten oder tagsüber.
  2. Türmodus „Secure“ (Sicherer Betrieb): Die Tür ist grundsätzlich verschlossen. Kunden müssen sich in der Web-App authentifizieren (z. B. durch Scannen eines QR-Codes am Eingang), um Zutritt zu erhalten.
  3. Türmodus „Lockdown“ (Sperrmodus): Der Store ist komplett verriegelt (z. B. ausserhalb der regulären Öffnungszeiten oder in Notfällen). Auch registrierte Kunden können die Tür über die App nicht mehr öffnen.
  4. Aktion „Türöffnen“ (Der Öffnungsimpuls): Dies ist die eigentliche Aktion im Secure-Modus: Wenn der Kunde in der App den Button drückt, gibt das System die Tür für wenige Sekunden frei, damit sie geöffnet werden kann.

Automatische Schiebetüren

Elektrische Schiebetüren sind die Standardlösung für Supermärkte und hochfrequentierte Stores.

Diese Türen verfügen über eine eigene, intelligente Türsteuerung. Unsere Gebäudesteuerung gibt der Schiebetür lediglich den Befehl, in welchen Modus sie wechseln soll. Die Sensoren (z. B. Radar) der Tür übernehmen die eigentliche Bewegung.
  1. Public: Die Tür öffnet automatisch für jeden (Automatik-Modus).
  2. Secure: Die Aussensensoren sind deaktiviert. Die Tür öffnet sich nur für wenige Sekunden, wenn der Befehl Türöffnen aus der Web-App kommt. Sensoren im Innenbereich lassen Kunden jederzeit hinaus.
  3. Lockdown: Die Tür ist geschlossen und mechanisch verriegelt.
Hinweis für Integratoren: Eine detaillierte Dokumentation zur Anbindung verschiedener Hersteller (z. B. Gilgen, Record, Dorma) finden Sie in unserem öffentlichen Repository: Open Building Integrations

Flügeltüren

Bei klassischen Flügeltüren (Türen zum Aufdrücken oder Aufziehen) gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Tür zu elektrifizieren.
  1. Elektrischer Türöffner (E-Öffner): Sitzt im Türrahmen und gibt die Falle (den Schnapper) frei. Günstig und extrem langlebig bei vielen Öffnungen. Einschränkung: Verriegelt den massiven Hauptriegel nicht, bietet allein also keinen starken Einbruchschutz für den LockdownWichtig für den „Public“-Modus: Der E-Öffner muss zwingend für 100% Einschaltdauer (ED) spezifiziert sein, damit er bei dauerhafter Freigabe nicht durchbrennt!
  2. Motorschloss: Ein Motor in der Tür fährt Falle und massiven Hauptriegel ein und aus. Bietet höchste Sicherheit im Lockdown, ist aber bei sehr hoher Kundenfrequenz im Secure-Modus durch das ständige Ziehen des Riegels materialintensiv.
  3. Elektromagnet (Flächenhaftmagnet): Ein starker Magnet hält die Tür geschlossen und lässt bei App-Befehl los. Verschleissfrei, aber bei Stromausfall ist die Tür offen.
  4. Retrofit Smart Locks (z. B. Nuki): Ein Batteriemotor, der nachträglich auf den Schlüssel aufgesteckt wird. Einfach nachrüstbar. Einschränkung: Nicht für dauerhaften Public-Modus (mit eingezogener Falle) geeignet. Ebenso nicht empfehlenswert für frequentierte Stores im reinen Secure-Modus, da der Batteriemotor bei jedem einzelnen Kunden die Falle ziehen muss, was zu hohem Verschleiss und sehr schnellem Akkuverbrauch führt.
  5. Elektronischer Türbeschlag: Die äussere Türklinke dreht normalerweise leer durch und kuppelt bei Freigabe ein. Einschränkungen: Bietet allein keine massive Vollverriegelung für die Nacht. Zudem fehlt dem Kunden beim Türöffnen ein klares akustisches Signal (wie das typische Summen eines E-Öffners). Der Kunde muss auf Verdacht die Klinke drücken, was bei Erstnutzern zu Verwirrung führen kann.
  6. Kombination Motorschloss + E-Öffner: Das Motorschloss zieht morgens zum Betriebsbeginn den massiven Riegel zurück. Den restlichen Tag (Public & Secure) hält nur noch die Falle die Tür. Diese wird dann materialschonend, schnell und hörbar (Summen) über den E-Öffner bedient. Nachts (Lockdown) fährt das Motorschloss den Riegel wieder aus.
  7. Kombination Retrofit Smart Lock + E-Öffner: Das Smart Lock (z. B. Nuki) ist ausschliesslich für den Lockdown zuständig und verriegelt/entriegelt den massiven Riegel morgens und abends. Im restlichen Tagesbetrieb (Secure/Public) schont das Smart Lock seine Batterie und die Tür wird rein über den flinken E-Öffner im Rahmen bedient. So ist das Smart Lock auch für hochfrequentierte Stores nutzbar.
Diese Übersichtstabelle zeigt auf einen Blick, wie gut sich die Hardware-Lösungen für unsere Türmodi eignen:
Vergleich Elektrifizierung Flügeltüren